Bambus Willumeit Kopfbild

Fargesia

Fargesien sind pachymorphe Pflanzen, das heißt sie wachsen horstbildend. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bambusarten benötigen diese keine Rhizomsperre und können einfach in den Garten gepflanzt werden. Um das Breitenwachstum nach einer Seite zu begrenzen reichen  z.B. Kantensteine, ein auf Mörtel verlegter Plattenbelag oder Rasenabgrenzungen die ca. 20 cm in den Boden reichen.

Fargesia

Die meisten Fargesien stammen aus Bergregionen im Südwesten von China. Dort stehen sie in lichten Wäldern oder an Berghängen. Die relative Luftfeuchte ist dort immer im Bereich über 60%. Wenn eine Wolke vorbeizieht, braucht es nicht einmal regnen und die Blätter sind nass.  An solchen Standorten vertragen Fargesien volle Sonne. Bei uns hingegen, besonders im meist trockenheißen Rhein-Main-Gebiet, wollen diese Pflanzen eher einen lichten Schatten. Bei voller Sonne können sie nicht ihre maximale Größe erreichen. Trotzdem gibt es auch für unser Klima einige Arten die recht gut in der Sonne gedeihen.

Besonders bei Topfkultur sollte man sehr auf die Arten- und Sortenauswahl achten. Es gibt einige die auch in Töpfen etwas mehr Sonne vertragen. Andere versagen bei diesen Bedingungen total. Bei Topfkultur sollte auf ein regelmäßiges Umtopfen geachtet werden. Bambuspflanzen in Töpfen benötigen überdies auch einen ausreichenden Winterschutz. Die Töpfe sollten über Winter mit einer Luftpolsterfolie eingepackt und wenn möglich an die Hauswand geschoben werden. Bei frostfreiem Wetter muss man sie auch gießen.

Fargesia

Über die Blüte von Fargesien weiß man heute eine ganze Menge mehr als noch vor einigen Jahren. Fast alle  haben einen Blührhytmus von ca. 90 bis 100 Jahren und sterben danach ab. Bei den meisten weiß man inzwischen wann sie zuletzt geblüht haben. Da das fast immer während der letzten 30 Jahre war, werden wir wohl in den nächsten Jahren keine größere Blüte erleben.

Fargesia

Bei den vielen Nachkommen und jetzt Namenssorten der Fargesia murielae gibt es leider nur wenige die gut mit unserem Bergstrassenklima zurecht kommen. Ich habe inzwischen viele der neuen Sorten ausprobiert und unser Sortiment dann wieder auf wenige Sorten eingegrenzt. Die verschiedenen Sorten bleiben bei unserem Bergstrasseklima kleiner und erreichen keine Größen, die sie z.B. in Norddeutschland bekommen könnten.

Übrigens wurde Fargesia murielae nach der Frau von Ernest (Chinese) Wilson benannt. Die Dame hatte den schönen Vornamen ‚Muriele’.

Die Nachkommen der Fargesia nitida sind erst in der ersten Testphase. Die Blüte liegt noch nicht lange genug zurück. Trotzdem kann ich schon jetzt sagen, dass hier viele, für unser Klima viel versprechende Sämlinge dabei sind.

 

Fargesia

Die Klone von Fargesia species ‚Jiuzhaigou’, die ich vor ca. 20 Jahren als kleine Sämlinge aus China mitgebracht habe, stehen zwar auch lieber in lichtem Schatten, aber man kann sie auch, bei ausreichender Wasserversorgung, mehr in die Sonne stellen. In der Sonne färben sich die Halme viel besser rot. Dies sind dann besonders schöne Kontraste zu den zierlichen Blättern.

 

Fargesia

Fargesia robusta ‚Campbell’ ist wohl die beste der Fargesia robustas und eine gute Pflanze auch für mehr sonnige Plätze. Im Schatte bis Halbschatten kann sie bis 4 Meter hoch werden. In der Sonne wird sie bei uns meist nur ca. 2,50 Meter. Die meisten anderen Sorten der F. robusta eignen sich weniger für unser Klima.

 

Fargesia06

Fargesia denudata gibt es in mehreren Varianten. Sie haben alle zierliche grüne Blätter und sind zäh und robust. Da sie alle etwas ausladend werden und auch überhängen brauchen sie etwas Platz.

 

Fargesia07

Fargesia rufa oder jetzt neu Fargesia dracocephala ‚Rufa’ sind raschwüchsig und werden nicht ganz so hoch. Wem sie zu breit werden, dem empfehle ich, er soll eine Nylonschnur zum Zusammenbinden nehmen. Die sieht man nicht.

 

Fargesia08

Fargesia scabrida ist auch eine der etwas neueren Arten. Sie unterscheidet sich von den anderen durch die leuchtend kupferroten Halmscheiden.